Kohorten-Umfragen

Kohorten-Umfragen begleiten eine bestimmte Gruppe von Menschen — eine sogenannte Kohorte — über einen längeren Zeitraum. Die Kohorte wird durch ein gemeinsames Merkmal definiert, etwa das Geburtsjahr, den Zeitpunkt einer Anmeldung oder ein gemeinsames Erlebnis.

Wie funktionieren Kohorten-Umfragen?

Eine Kohorte wird zu Beginn der Studie definiert und dann wiederholt befragt. So lassen sich Veränderungen über Zeit messen. Beispiel: Alle Erstsemester-Studierenden des Jahrgangs 2024 werden einmal pro Jahr zu ihrer Studienzufriedenheit befragt — über vier Jahre hinweg.

Einsatzbereiche

  • Medizin: Langzeitwirkung von Medikamenten oder Therapien
  • Bildung: Karriereverläufe von Absolventen
  • Marketing: Wie verändert sich das Kaufverhalten von Neukunden über Zeit?
  • Sozialforschung: Einfluss von Lebensereignissen auf Einstellungen

Vorteile

  • Kausalität: Durch die zeitliche Abfolge lassen sich Ursache-Wirkungs-Beziehungen besser erkennen.
  • Entwicklung sichtbar: Veränderungen innerhalb der Gruppe werden messbar.
  • Hohe Datenqualität: Dieselben Personen werden wiederholt befragt.

Nachteile

  • Teilnehmerschwund: Über die Jahre springen Teilnehmer ab, was die Ergebnisse verzerren kann.
  • Zeitaufwand: Studien laufen oft über Jahre oder Jahrzehnte.
  • Kosten: Langfristige Studien erfordern kontinuierliche Finanzierung.
  • Nicht verallgemeinerbar: Ergebnisse gelten nur für die untersuchte Kohorte.

Kohorten-Umfragen sind eng verwandt mit Längsschnittstudien und stehen im Gegensatz zu Querschnittsumfragen, die nur eine Momentaufnahme liefern.